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Ein kleiner Ausflug nach Lübeck

Holstentor Lübeck

Nach sechs Monaten auf Reisen durch Südostasien und in Gesprächen mit anderen Reisenden ist mir bewusst geworden, dass es vieles gibt was ich in Deutschland noch nicht gesehen habe. Und solange eine nächste größere Reise erstmal nur in meinem Kopf geplant wird kann ich ja auf jeden Fall mal Deutschland bereisen.

Angefangen habe ich mit Lübeck. Zugegeben sehr einfach, da nur etwa 45 Bahnminuten von Hamburg entfernt. Aber Lübeck hat mich gereizt, nicht nur weil die Altstadt ein UNESCO-Weltkulturerbe und ich damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Angkor Wat, die Altstadt von Hoi An, die Halong Bucht, Luang Prabang, Ayutthaya und Georgetown, jeder dieser Orte war einen Besuch mehr als Wert.

Vom Hamburger Hauptbahnhof fährt stündlich und in meinem Fall auch sehr pünktlich ein Regionalexpress nach Lübeck, die einfache Fahrt kostet 13,30€, die Tageskarte 25,50€. Kontrolliert wurde ich komischerweise weder bei der Hinfahrt noch bei der Rückfahrt. 45 Minuten dauert die Fahrt und vom Lübecker Bahnhof kann man einfach in die Altstadt laufen, vom Bahnhof kommend kann man am Holstentor eigentlich gar nicht verfehlen. Ich fand es ein bisschen komisch Tourist zu sein und dabei nur ein paar Kilometer von zu Hause weg. Vor allem weil ich aufgrund meines englischen Buches von den unsympathischen Mitreisenden im Zug auf den Plätzen nebenan wohl als ausländische Touristin wahrgenommen wurde. Zumindest haben sie mich auf englisch gefragt ob da noch „free“ ist. Zwei Sekunden später hatten die beiden 3 McDonalds-Tüten mit diversen Burgern und Pommes rausgezwiebelt. Und Cola light. Natürlich. Aber die Fahrt war ja nur ein Katzensprung. In Lübeck angekommen hab ich natürlich trotzdem es fast unmöglich ist den falschen Weg genommen und hab mir eben erstmal den Busbahnhof angeschaut. Aber die Wege sind kurz und nach einem kleinen Schlenker schaffte ich es dann auch Richtung Altstadt.

„CONCORDIA DOMI FORIS PAX“ begrüßt mich die Inschrift am Tor, „Drinnen Eintracht, draußen Frieden“ (für alle deren Latein etwas eingeschlafen oder noch nie erwacht ist). Das Holstentor, Teil der Befestigungsanlage diente als Stadttor der einst reichsfreien Hansestadt. Die kleine Parkanlage rund um das Tor war voller Touristengruppen, aber an einem wunderschönem Spätsommer-Samstag war das auch nicht anders zu erwarten. Mein erster Eindruck war, dass das Tor aussieht als würde es gleich in sich zusammensinken und ich lag damit gar nicht so daneben. Tatsächlich hält der Boden unter dem Tor den Steinmassen nicht richtig stand und und der Südturm des Tores sank bis 1933/34 langsam ein. Die Türme stehen als Pfahlbauten auf eher morastigem Untergrund, der dem schweren Mittelbau Tribut zollen musste. Mittlerweile sinkt das Tor dank umfangreicher Renovierungsarbeiten nicht mehr und sieht nur noch lustig schief aus. Im Tor gibt es das Museum Holstentor. Ich gebe zu aufgrund einer 30-Mann starken italienischen Reisegruppe direkt vor mir habe ich mir einen Besuch innen geschenkt. Wahrscheinlich ein Fehler.

Die Altstadt hat viel Charme, tatsächlich fühlt man das Mittelalter-Flair wenn man genau hinfühlt. Neben dem Holstentor, das zu DM-Zeiten den 50-Mark Schein zierte (erinnert sich noch jemand wie der aussah? Ich nicht wirklich), stehen vor allem die sieben Kirchen der Altstadt im Blickpunkt der Besucher und Touristen. Ich bin nicht allzu gerne in Kirchen, ich finde sie meistens zu kalt, zu düster und zu unpersönlich. Außerdem fängt dann meine Haut an zu verglühen und meine Augen fangen an zu brennen und…. Ganz so schlimm ist es nicht, ich bin einfach nur nicht gerne in Kirchen. Aber ich seh sie mir gerne von außen an.

Rathaus

Bei herrlichem Wetter kann man sich vor dem Rathaus auf dem Marktplatz, an dem im Winter der berühmte Weihnachtsmarkt stattfindet bei Kaffee und Kuchen sonnen. Und man kann schlendern. Schlendern ohne Ende. Die Altstadt bietet einiges, viele kleine Gässchen, viele süße Ecken und tolle mittelalterliche Gebäude mit vielen kleinen Details. Und den Tag hab ich dann bei einem „Damen“-Gedeck mit Weißwein und Espresso an der Trave ausklingen lassen. So lässt sichs überstehen und das wird nicht mein letzter Tages- oder Wochenendausflug in die nähere und auch etwas weniger nahe Umgebung gewesen sein.

Bilder gibt es wie immer bei Flickr.

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