Kosten

Als ich anfing mir Gedanken über eine mögliche Auszeit zu machen war ich schon sehr früh an einem Punkt meine Pläne gleich wieder zu verwerfen: Bei der Frage nach der Finanzierung. Ich habe nicht genug Rücklagen um einfach mal so sechs Monate nicht zu arbeiten und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Dann habe ich aber einfach mal angefangen alles theoretisch durchzurechnen und mir meine Fixkosten, die Kosten während der Reise, die Kosten für das Drumherum (Flug, Impfungen etc.) bewusst gemacht und aufgeschrieben. Das klingt sehr simpel und ist es auch. Aber ich denke vor diesem Schritt beenden schon viele ihr Vorhaben, so wie ich es ja auch beinahe gemacht hätte. Wichtig ist sich klar zu machen, dass Langzeitreisen keine Unsummen von Geld verschlingt solange man bewusst reist. Natürlich kann man einen Langzeiturlaub nicht wie seinen Jahresurlaub begreifen und natürlich ist es wichtig sich manchmal einzuschränken.

Fixkosten

Ich kann nicht mit Geld umgehen! Gar nicht. Bis vor kurzem hatte ich überhaupt keine Ahnung von meinen Fixkosten. Also habe ich Haushaltsbuch geführt. Ich habe mir zwei Monate lang alle Posten notiert, alle Beläge gesammelt und alle Einzugsaufträge von meinem Konto in die Liste aufgenommen. Das ist ein recht simpler aber wirkungsvoller Tipp (sofern man das nicht eh schon macht)! Erstens gibt man durch ein Haushaltsbuch direkt weniger aus, zweitens fallen einem einige Dinge auf, die man guten Gewissens mal kündigen oder reduzieren kann auch schon vor der Auszeit. Drittens hat man schnell eine Liste der Dinge zusammen um die man sich kümmern muss. Die meisten Posten lassen sich während der Auszeit und Abwesenheit ganz oder teilweise runterfahren. Fragt einfach nach, die meisten Verträge lassen sich für eine gewisse Zeit auch mal „beurlauben“. Handy, Zusatzversicherungen, Zeitschriften oder Zeitungen, Abonements jeder Art (zum Beispiel öffentlicher Nahverkehr), Handy und Internet beziehungsweise Festnetz entweder ruhen lassen oder aber (rechtzeitig) kündigen. Generell sollten vor der Abreise alle offenen Posten beglichen oder eingeplant sein. Außerdem empfiehlt es sich jemanden Vertrauenswürdigen zu finden, dem man seine Post nachsenden lassen kann, Zugriff zu einem Konto gewährt und denjenigen damit betrauen unvorhergesehene Angelegenheiten zu klären für den Fall, dass man nicht erreichbar ist. In meinem Fall hat sich mein Bruder bereit erklärt mein Ansprechpartner in Deutschland zu sein. Das ist ein ziemlich großer Gefallen und schon alleine deswegen sollte man möglichst alles vorher klären und keine offenen Angelegenheiten hinterlassen wenn man eine längere Zeit im Ausland ist ohne dort eine fixe Adresse zu haben. Ich bin aber sehr froh für den Fall der Fälle jemanden zu haben der im Zweifel reagieren kann wenn ich es gerade nicht kann.

Ein Problem ist die Wohnung! Ich mag meine Wohnung und würde sie nur ungern aufgeben. Zuerst spielte ich mit dem Gedanken, mittlerweile finde ich aber die Vorstellung zurück zu kommen und erstmal keine Wohnung zu haben nicht mehr sehr attraktiv. Ich kann mir aber auch nicht leisten 6 Monate Miete zu bezahlen. Also muss ein Zwischenmieter her. Das sollte man sich auf jeden Fall von der Hausverwaltung oder dem Vermieter genehmigen lassen. Man möchte ja während der Auszeit alles geklärt haben und sich nicht etwaigen Problemen mit Hausverwaltung, Vermieter oder Zwischenmieter rumschlagen müssen. Eigentlich gefällt mir die Vorstellung nicht meine Wohnung möbliert unterzuvermieten aber ich finde mich jetzt einfach mal damit ab.

Reisebudget und -kosten

Ich plane für mein halbes Jahr ein Tagesbudget von etwa 45 Euro für unterwegs. Davon muss ich Unterkunft, Transport, Visa, Essen und Trinken, Gebühren, Ausflüge, Ausgehen und alle möglichen Anschaffung zahlen. Flug, Auslandsversicherung (rund 290 Euro für 6 Monate) und alle Kosten, die ich in Deutschland habe oder hatte (wie Ausrüstung, Impfungen etc.) zählen nicht dazu. Ich denke damit komme ich gut aus, ich werde wohl meistens unter diesem Budget bleiben. Je nach Land, Ort und Bedürfnissen wird es aber auch mal teurer. Mal sehen wie weit und wohin mich mein Erspartes bringt.

Ich werde versuchen meine Kosten hier pro Tag zu dokumentieren, so dass am Ende ein guter Überblick über die Durchschnittskosten je Land (Thailand, Kambodscha, Laos, Myanmar, Vietnam sind geplant) und je Ort entstehen.

Flug

Nach langem Hin und Her und der Suche nach einem geeignetem Flug und vielen Pro und Kontras habe ich mich dazu entschieden einen Hin- und Rückflug zu buchen. Irgendwie bin ich nicht so richtig schlau daraus geworden ob es nun besser ist ein Ticket nur für den Hinflug, ein Ticket mit offenem Rückflug oder eben ein Hin- und Rückflugticket zu buchen. Ich hab mich auch gegen einen Gabelflug entschieden. Ich fliege jetzt mit der Ethiad von München nach Bangkok und auch wieder zurück. Dabei hab ich eine Buchungsklasse gewählt in der ich gegen eine Gebühr von 100 Euro umbuchen kann.

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