Asien Thailand

Wai Kru – Das Sak Yant Tattoo Festival

Mein Hah Taew
Mein Hah Taew

Mein Hah Taew

Ein gutes Jahr ist es her, dass mir Luang Pi Nunn, einer der bekanntesten und angesehensten heiligen Mönche im Wat Bang Phra ein heiliges Schutztattoo stach. Beinah hätte ich am Ende meiner Asien Reise in 2013 den Tempel noch mal aufgesucht um mir ein zweites stechen zu lassen. Es kam nicht dazu und mittlerweile tendiere auch dazu es bei dem einem, meinem Hah Taew zu belassen.

Aber irgendwann werde ich den Tempel in der Nakhon Pathom Provinz nahe Bangkok noch mal besuchen. Jährlich findet da nämlich das Wai Kru Festival statt und hier einmal teilzunehmen steht weit oben auf meiner Liste. In 2014 findet das Tattoo Festival am 15. März statt. In der Regel ist es immer ein Wochenende Mitte bis Ende März, allerdings ist es oft schwierig im Vorfeld herauszufinden wann genau es das Festival ist.

Ein Sak Yant ist ein heiliges Schutztattoo, gestochen von einem Sak Yant Master (buddhistische Mönche oder Ajarns) nach traditioneller Bamboo-Art. Den Tattoos wird eine magische Wirkung zugesprochen. Soldaten zum Beispiel glaubten dass sie als Träger eines Sak Yants unverwundbar sind solange sie die fünf Silas des Buddhismus befolgen. Üblicherweise sucht sich der Master das Symbol selbst aus mit dem er den Träger segnet, sticht das Symbol und haucht ihm mit einem Gebet (Kata) und seinem Atem Leben ein. Die Geschichte wie ich zu meinem Sak Yant kam findest du hier.

Die heilige Schutzwirkung des Tattoos verliert mit der Zeit an Kraft und um diese wieder aufzuladen veranstalten die Sak Yant Master das Wai Kru jedes Jahr. Auch zu Ehren des einst mächtigsten Mönchs des Wat Bang Phra, Luang Phor Pern und dem „Erfinder“ der heiligen Tattoos, Ruesi. Ob ich selbst an diese Kraft glaube steht übrigens auf einem anderen Blatt. Ich glaube zumindest an die Weisheit der buddhistischen Mönche. Am Vortag des Festivals pilgern Hunderte zum bekanntesten Tattoo-Tempel um sich von einem der vielen anwesenden Tattoo-Master ein neues Sak Yant stechen zu lassen. Wahrscheinlich sollte man sich hier nicht unbedingt einreihen, die Wartezeit dürfte sehr lange sein und die sowieso schon etwas bedenklichen hygienischen Umstände unter denen ein solches Tattoo gestochen wird dürften bei so einem Massenandrang noch etwas risikoreicher sein. Aber interessant ist es bestimmt. Die Mönche stechen hunderte Tattoos an diesem Tag und in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages geht das eigentliche Festival los. Eine Bühne ist aufgebaut, auf der die Mönche ihre heiligen Rituale abhalten und damit die Yants der Anwesenden wieder „aufladen“. Dabei geraten einige Teilnehmer in eine solch starke Trance, dass sie aufstehen, tanzen und wie besessen von Hannuman (dem Kriegsgott der Hindu) oder aber als das Tier, dass ihr jeweiliges Tattoo zeigt oder symbolisiert. Ja zugegeben, das klingt vielleicht ein bisschen merkwürdig aber ein Erlebnis ist es bestimmt. Bei einer Youtube-Suche nach „Wai Kru Sak Yant“ findet man einige Videos von Teilnehmern und Besuchern.
Irgendwann fahr ich da auch hin.
Wai Kru (auch Wai Khru) ist in Thailand ein gebräuchlicher Begriff und bezieht sich nicht konkret auf das Tattoo Festival. Wai Kru Zeremonien finden zum Beispiel in Schulen statt und stellen eine Ehrung von Schülern an ihre Lehrer dar. Auch der „Tanz“, der von Muay Thai Kämpfern vor dem Tanz zu Ehren ihrer Lehrer aufgeführt wird ist ein Wai Kru (Ram Muay).

über

Diplom-Soziologin, Produktmanager und Certified ScrumMaster. In Hamburg zu Hause, in München dahoam. Mehr zu mir gibts hier.

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