Laos Luang Prabang Thailand

Von Thailand nach Laos

Mekong - Laos 2013

Nach ein paar Tagen in Chiang Rai, in denen mich vor allem der weisse Wat Rong Khun schwer beeindruckt hat und ich ausser mit ein paar Expats rumzuhängen nicht viel gemacht habe war es an der Zeit Thailand wieder zu verlassen. Bei Einreise über einen thailändischen Flughafen erhält man als deutscher Staatsbürger eine 30-tägige Aufenthaltsgenehmigung direkt am Flughafen. Offiziell muss man mittels Flugticket nachweisen, dass man das Land innerhalb dieser 30 Tage wieder verlässt. Praktisch musste ich das bei keiner einzigen meiner Einreisen. Da sich meine Aufenthaltsgenehmigung dem Ende zuneigte machte ich mich auf in die Küstenstadt Chiang Khong. Mit dem Bus von Chiang Rai aus ist das sehr einfach, günstig und dauert 2-3 Stunden. In Chiang Khong, direkt am Mekong noch auf der thailändischen Seite habe ich dann eine sehr günstige Nacht verbracht um am nächsten Morgen die Grenze zu überqueren. Auf thailändischer Seite ist das sehr schnell und einfach gemacht. Der Grenzposten grüsste mich nachdem er meinen Pass in den Händen hatte mit einem freundlichem Grinsen und einem „Guten Tag“, stempelte mich aus Thailand aus und sagte „Auf Wiedersehen“. Erstaunlich akzentfrei und das erste Mal seit langem, dass ich mal wieder deutsch „gesprochen“ habe. Dann geht es per Longboat über den Mekong auf die laotische Seite dieses imposanten Flusses. Ich habe aus Faulheit die ganze Fahrt über mein Gästehaus in Chiang Khon organisiert und dabei – wie sich im Nachhinein rausstellte und zugegebenerweise nicht sehr überraschend – etwas mehr bezahlt als wenn ich mich einfach so auf den Weg gemacht hätte. Im Preis von 1300 Baht, etwa 33 Euro waren der Transfer zu Grenze, das Longboat über den Mekong, der Transfer zum anderen Bootsableger auf der laotischen Seite, die zweitägige Fahrt nach Luang Prabang und ein Lunchpaket enthalten.

Auf der laotischen Seite wird es dann etwas chaotischer. Mit dem ausgefüllten Visaantrag, einer Ein- und Ausreisekarte und einem Passfoto reicht man seinen Reisepass einer gesichtslosen Gestalt durch ein Fenster. Und wartet. Und wartet. Und wartet. Ich musste erstaunlich lange warten. Touristen anderer Nationalitäten gaben ihren Pass deutlich nach mir ab und bekamen ihn deutlich schneller zurück. Ich will mich ja nicht schon bei meiner Einreise mit den laotischen Behörden anlegen also warte ich erstmal ab. Und zack, etwa 45 Minuten kann ich meinen Pass mit eingeklebtem Visum gegen 30 $ tauschen und mich auf den Weg zum Bootsanleger machen. Hier warte ich dann nur etwa 2 Stunden und schwupps, geht die eigentliche Reise auch schon los.

Tag eins auf dem Boot ist sehr entspannt. Das Wetter ist toll, ich habe zwei Sitze für mich und die Landschaft ist beeindruckend. Fischer, kleine Dörfer, viel Dschungel, badende Kinder, viel grün und Berge. 7 Stunden gehen recht schnell vorbei, viel schneller als im Bus. Auf dem Boot gibt es nichts zu essen. Wobei, das stimmt nicht. Man kann etwas zu teure Getränke, Fertigsuppen und Chips kaufen. Einige der anderen schauten etwas neidisch auf mein Lunchpaket bestehend aus kaltem Reis mit Gemüse und Bananen. Man wird ja genügsam.

Die Sitzkissen, die sich einige meiner Mitreisenden haben andrehen lassen und die auch bei Wikitravel empfohlen werden braucht es nicht. Die Sitze sind alte Flugzeug- oder Bussitze und eigentlich ganz gemütlich, auch wenn alles ziemlich provisorisch zusammengeschraubt ist. ldealerweise ist man früh an Bord und ergattert sich einen Sitz vorne am nicht vorhandenen Fenster. Vorne nervt der sehr laute Motor nicht so und warum Gangplätze bei einer Flussfahrt doof sind erklärt sich von selbst.

Tag eins endet in Pakbeng, einem kleinen Dorf in der Mitte der Strecke. Noch am Anleger warten die üblichen Gästehaus-Agenten, die einem die Vorzüge ihrer Bleibe erklären wollen. Normalerweise gehe ich sowas aus dem Weg, aber hier kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Etwa 5€ kosten alle Unterkünfte und alle haben Wifi und heisse Duschen (die Verkaufsschlager der „Agenten“). Viel gibt es hier nicht zu tun und das tue ich dann auch: nicht viel.

Am nächsten Morgen um 9 Uhr legt das Boot wieder ab und der Tipp recht früh da zu sein erweist sich als gut. Ich bin gegen 8 Uhr wieder am Boot und komme mir vor wie eine der Deutschen, die ihr Handtuch auf einen Liegestuhl in Spanien legt. Aber heute kommen noch ein paar Fahrgäste dazu. Man kann nach Pakbeng auch per Bus gelangen und es gibt zwar ein paar zusätzliche Reihen in unserem heutigen Boot (was sich extrem negativ auf die Beinfreiheit auswirkt) aber nicht genügend. So dass ein paar arme Tropfe 7 Stunden auf dem Bootsboden Platz nehmen müssen. Generell war alles deutlich enger, überfüllter, lauter und anstrengender. Außerdem regnete es immer mal wieder heftig und ich begann Fenster zu vermissen. Die Szenerie ändert sich nicht viel in diesen beiden Tagen ist aber weiterhin beeindruckend.

Irgendwann merkt man an der Umgebung, dass man sich einer Stadt nähert. In diesem Fall Luang Prabang. Die Dörfer am Wegesrand nehmen zu und es sind immer mehr Leute in kleinen Booten unterwegs. Und etwa 10 Kilometer vor Luang Prabang endet die Fahrt, die Rucksäcke werden ausgeladen und man begibt sich bergauf zur Strasse. Hier gibt es einen kleinen Stand an dem man Tuk-Tuk-Tickets für 20.000 laotische Kip kauft, etwa 2 Euro. Die Tuk-Tuks stehen dann auch da in Reih und Glied. Normalerweise mag ich sowas nicht. Dinge, die so reguliert sind. Bei denen man sich ein bisschen vorkommt wie bei einem Viehtransport für den man aber bezahlen soll. Deswegen würde ich normalerweise einfach die Strasse entlang gehen und schauen ob ich nicht irgendwie anders in die Stadt komme. Aber ich hatte keine Lust dazu, war irgendwie ganz schön gerädert und wollte nur in die Stadt und mir ein Gästehaus suchen. Was ich dann auch gemacht habe, aber das ist eine neue Geschichte.

Die Bilder von der Bootsfahrt von Chiang Khong bis Luang Prabang gibt es hier.

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