Kambodscha Phnom Phen

Phnom Penh – Erste Eindrücke von Kambodscha

Phnom Penh

Kambodscha, ein Land in das ich vor allem wegen Angkor ganz dringend wollte. Angkor ist einer der Orte der Welt an den ich unbedingt muss! Und jetzt dauert es nicht mehr lange, vorher reise ich aber noch ein wenig gemütlich durch Kambodscha bevor es dann nach Siem Reap und Angkor und dann voraussichtlich weiter nach Laos geht.

Erster Stopp in Kambodscha ist die Hauptstadt Phnom Penh und nach fast zehn Tagen Bangkok kommt mir die Stadt mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern gemütlich und ruhig vor. Und ich mag sie! Und ich mag die Kambodschaner. Und ich mag, dass die Frauen Klamotten tragen, die man bei uns Pyjama nennen würde.

Phnom Penh

Mit dem Pyjama durch die Stadt

Ganz allgemein

Ich hatte kein Visum für Kambodscha, man bekommt am Flughafen Phnom Penh aber ein „Visa on Arrival“. Geht völlig problemlos, dauert ein paar Minuten und kostet 20 USD. Plus 2 Dollar für ein Foto wenn man so clever ist wie ich und zwar Fotos hat, die aber im Gepäck und nicht im Handgepäck hat. Bezahlt wird generell in Dollar, kleineres Wechselgeld bekommt man in Riel zurück.

Am Flughafen hab ich mir gleich eine SIM-Karte besorgt. 1$ kostet die Karte von Cellcard, der freundliche junge Mann hat mir direkt alles eingerichtet und für 5 weitere Dollar bekommt man eine Datenflat für 4 Wochen. Da ich keine Stadtkarte habe und wenn ich eine hätte sie auch nur mittel lesen könnte (Frauen können sowas nicht, weiß doch jeder) finde ich die Möglichkeit mich selbst mit einer Karten-App durch die Stadt zu navigieren durchaus attraktiv.

Vom Flughafen aus kommt man entweder für 9 Dollar mit einem Taxi und für 7 Dollar mit einem Tuk Tuk in die Stadt. Ich teilte mir ein Taxi mit einer Österreicherin, für zwei Stopps zahlten wir insgesamt 12 Dollar. Das Okay-Guesthouse an der Riverfront ist mehr als okay. Für 12 Dollar pro Nacht hat man dort ein sauberes Zimmer mit Ventilator und eigenem Bad in einem netten Guesthouse fussläufig zum King’s Palace.

Ansonsten? Die Kambodschaner gehen genauso wenig zu Fuß wie die Vietnamesen oder Thais. Irgendwohin zu Fuß zu gehen machen nur komische Ausländer oder arme Spinner. Ich mach das gelegentlich ganz gerne und werde dann immer angesehen wie ein exotisches Wesen. Längere Strecken kann man gut mit dem Tuk Tuk oder – wenn man keine Angst hat – mit einem Motorbike zurücklegen. Ich bin nach meinem kleinen Teufelsritt zum Wat Bang Phra abgehärtet und wähle in der Regel das günstigere Motorbike. Wahrscheinlich ist das sowieso sicherer als zu Fuß zu gehen.

In ein paar Tagen Phnom Penh kann man einiges sehen und die unterschiedlichsten Eindrücke sammeln.

Wat Phnom

Wat Phnom

Naga vor dem Wat Phnom

Mit der Französin Stephanie mach ich mich also am ersten Tag nach der Ankunft in Phnom Penh auf zum Sightseeing. Mir war ganz recht, dass sie einen Plan hatte was sie an ihrem letzten Tag noch alles sehen wollte, so konnte ich mich einfach anschließen. Wir haben uns für zwei Dollar mit dem Tuk Tuk zum Wat Phnom bringen lassen, einem sehr schönen Wat im Zentrum. Jede Menge Kambodschaner beteten dort für Glück. Ein sehr schöner und sehenswerter Wat und eine schöne Stimmung. Mal abgesehen von den Reisegruppen deren Führer ein Mikro um den Hals tragen und die es überhaupt nicht interessiert, dass die Tempel vor allem auch Tempel sind und nicht ausschließlich Sehenswürdigkeiten. Wat Phnom ist ein friedlicher und ruhiger Ort, das spirituelle Zentrum von Phnom Penh und trotz vieler Touristen und auf jeden Fall sehenswert.

Kings Palace und Silver Pagoda

Silver Pagoda

Areal der Silberpagode

Der Königspalast war so kurz nach dem Tod und der Beerdigungszeremonie von König Norodom Sihanouk noch nicht wieder für Besucher frei gegeben. Am 4. Februar 2013 fand die Einäscherung des am 15. Oktober 2012 verstorbenen früheren Königs nach buddhistischem Ritus in Phnom Penh statt. Die Stätte der Trauerfeier kann man besichtigen, den Königspalast (noch) nicht. Interessant ist, dass die Kambodschaner wenn sie vom Tod des Königs sprechen nicht sagen, dass „der“ König verstorben ist, vielmehr davon, dass „mein“ König verstorben ist. Interessant vor allem, weil er 2004 zugunsten seines Sohnes aus gesundheitlichen Gründen abgedankt hat und mit einem bewegten Leben auch nicht immer unumstritten war.

Die Silberpagode habe ich mir ehrlich gesagt pompöser vorgestellt und – man möge es mir verzeihen – dort wo der silberne Boden freigelegt ist sieht er eher aus wie Blech. Ich weiß nicht, vielleicht hatte ich mehr Glitzer erwartet, aber die Bodenplatten sind recht groß und wirkten zumindest auf mich relativ unspektakulär.

Nichtsdestotrotz, das Areal rund um die Silber-Pagode ist auf jeden Fall sehenswert, der Eintritt beträgt 5 Dollar. Wir waren fast zwei Stunden dort und selbst wenn der Königspalast (noch) nicht zugänglich ist, lohnt sich der Besuche allemal.

Wat Ounalom

Wat Ounalom

Neben dem Wat Ounalom

Der Wat Ounalom hat mir extrem gut gefallen. Stephanie und ich waren die einzigen Touristen zu der Zeit als wir dort waren. Der Wat ist umgeben von einem kleinen „Dorf“ in dem Mönche und Angestellte leben. Wir sind durch die Anlage gelaufen, einigen sehr freundlichen Mönchen begegnet und vor einem kleinen Gebetsraum wachte gerade eine Frau auf, die uns aufsperrte. In einem hohen Raum ähnlich einer kleinen Höhle durch die man nur gebückt eintreten konnte zündeten wir Räucherstäbchen an und beteten mit der Frau. Die Anlage und die Gebäude sind wirklich hübsch und generell ist das ein recht friedlicher Ort.

Wat Ounalom

Anlage des Wat Ounalom

Phsar Toul Tom Poung – Russian Market

Phsar Toul Tom Poung

Phsar Toul Tom Poung

Ich kaufe nicht gern ein und ich hasse handeln. Außerdem habe ich nur einen 35 Liter Trekking Rucksack und muss mit meinem Platz Haus halten. Trotzdem wollte ich den russischen Markt gerne sehen und hab mir für 2 $ ein Motorbike dorthin genommen. Es ist laut, voll, hektisch, chaotisch, es gibt nichts was man dort nicht kaufen kann und irgendwie mochte ich es. Der Food-Bereich ist beeindruckend, jede Menge Obst, Gemüse, Kräuter, Gewürze und Fleisch werden hier angeboten und ein Stück weiter auch zubereitet. Kann man sich durchaus alles ansehen und einen halben Tag hier verbringen.

Foreign Correspondents Club

FCC Phnom Penh

Blick von der Terrasse des FCC

Nicht ganz in meinem Traveler-Budget liegt der FCC, einen Nachmittag und Abend lang habe ich mir die Bar des Clubs aber gegönnt. Das Gebäude aus der Kolonialzeit liegt direkt am Fluss und wenn man einen Platz am Balkon bekommt hat man einen sehr schönen Ausblick.

Die dunkle Seite der kambodschanischen Geschichte bekommt man in Choeung Ek (besser bekannt als die Killing Fields) und in Tuol Sleng (dem Foltergefängnis S-21) sehr hautnah zu spüren. Später dazu mehr.

Alle Fotos aus Phnom Penh gibt es wieder bei Flickr

über

Diplom-Soziologin, Produktmanager und Certified ScrumMaster. In Hamburg zu Hause, in München dahoam. Mehr zu mir gibts hier.

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