Malaysia Perhentian

Perhentian – Wie im Paradies

Perhentian Kecil - Malaysia 2013
Long Beach

Long Beach

Sonne tanken wollte ich. An einem schönen Strand. Mit schönem Meer und Sand. Mit entspannten Leuten und gutem Wetter. Die Perhentian Islands mit kristallklarem Wasser in von Dschungel umgebenen Buchten mit weißen Sandstränden eignen sich dafür hervorragend. Und ich untertreibe noch. Ich habe ja nun schon ein paar Strände besucht, habe viel Zeit auf der wunderschönen Phu Quoc verbracht und auf Koh Chang die Seele baumeln lassen. Aber so feinen weißen Sand und so klares Wasser mit so vielen faszinierenden Meeresbewohnern habe ich glaube ich noch nie gesehen. Auch wenn man hier – wie fast überall an Stränden in Asien – das Problem mit Müll am Strand und im Wasser hat und auch wenn hier alles etwas teurer, dafür aber einfacher ist kann man seine Zeit hier wirklich genießen. Die Perhentians sind ein Taucher- und Schnorchelparadies und ich bin hier nicht nur mit riesigen Wasserschildkröten geschnorchelt, sondern habe auch Haie, Aale, Napoleonfische und riesige Regenbogenfische gesehen. Und viele kleine Nemos. Ich könnte es hier ewig aushalten. Perhentian Kecil, die kleinere der beiden Inseln war mein Ziel. Eigentlich nur weil mein Speedboot dahin gefahren ist. Ich hatte mich vorher nicht unbedingt festgelegt.

Hinkommen

Ich bin von Penang zu den Perhentians gereist. Von Georgetown aus findet man rund um das Busterminal Komtar einige Agenturen bei denen man den entsprechenden Bus buchen kann. Ich wollte gegen Mittag für den gleichen Abend buchen und hatte erst bei der dritten Agentur Erfolg und einen freien Platz ergattert. Momentan ist auf den Perhentians Hauptreisezeit. Von etwa März bis Oktober ist hier relativ viel los, dafür von November bis Februar kaum etwas. Viele Locals verbringen hier ihre Wochenenden. Der Nachtbus ist überraschend bequem, wenn auch eisig kalt. Für 70 RM (etwa 17€) kommt man in etwas mehr als 7 Stunden von Penang nach Besut, wo man dann mit der „Fähre“ weiter muss. Die Hin- und Rückfahrt kostet auch hier 70 RM, man kann die Tickets vor Ort kaufen und man sollte aufpassen, dass man das Rückticket weder verliert noch „aus Versehen“ von den Angestellten bei der Hinfahrt abgenommen bekommt. Nervigerweise kommt man (oder kam ich) um 5:30 Uhr morgens an der Fähre an, die erste geht aber offiziell erst um 8 Uhr. Der Anleger war gegen 7 Uhr recht voll und zwei Speedboote sind schon um 7 Uhr aufgebrochen. Wie offiziell die waren weiss ich nicht. Am Anleger muss man dann noch 5 RM (1,20€) für eine „Marine Park Conversation“- Gebühr bezahlen. Offiziell gilt diese für drei Tage, tatsächlich muss man das Ticket nur bei der Anreise vorzeigen. Das Rückfahrticket ist Open End. Zu Bedenken ist, dass es auf der Insel keine Bankautomaten gibt und Geld wechseln an einigen Orten zwar möglich, aber mit 10% Gebühr recht teuer ist. Travellerschecks kann man meines Wissens nirgends einlösen. Und mit einem Minimumbudget von 30€ pro Tag muss man rechnen. Da darf man weder viel essen noch trinken (Alkohol schon gar nicht, der ist wie überall in Malaysia vergleichsweise teuer), noch tauchen.

Die Fahrt mit dem Speedboot war – gelinde gesagt – recht anstrengend und ich war relativ froh noch nicht gefrühstückt zu haben. Ein junger Australier hatte dieses Glück nicht und sich bei voller Fahrt die ganze Fahrt über die Reling übergeben. Ich bin eigentlich nicht sehr anfällig seekrank zu werden aber die Hinfahrt war schon abenteuerlich, vielleicht auch einfach nur weil das Meer an diesem Tag etwas rauh war. Die Rückfahrt war deutlich weniger schlimm. Die Speedboote bringen einem zu bevorzugten Strand, in meinem Fall den Long Beach auf der kleineren den beiden Inseln. Die restlichen paar Meter (und es sind wirklich nur ein paar Meter) steigt man auf ein Longboot um, das dreisterweise für die einmütige Fahrt nochmal 3 RM will. Aber wenn man nicht schwimmen will…

Unterkommen

Lemon Grass

Das Lemon Grass

Ich buche meine Unterkünfte meistens vorher, mir ist das durch die Gegend laufen mit vollem Gepäck meistens zu nervig. In diesem Fall hab ich es nicht, hätte es aber besser gemacht. Drei Stunden bin ich den Long Beach auf und ab gelaufen und alle Gästehäuser waren voll ausgebucht. Ganz ehrlich leicht verzweifelt durfte ich meinen Rucksack bei einer Tauschschule unterstellen und bin den Dschungelpfad zum Coral Beach gelaufen in der Hoffnung hier etwas zu finden. Das Ombak hatte noch einen Platz in einem Schlafsaal über, wollte dafür aber unverschämte 13€ haben. Schlafsäle mag ich nicht und zu Wucherpreisen schon gar nicht. Also bin ich zurück zum Long Beach in der Hoffnung um 11 Uhr würde jemand überraschend auschecken. Dem war nicht so. Sin, der sehr nette Besitzer vom Lemon Grass bekam meine Verzweiflung mit und bot mir an im Zimmer seiner Schwester unterzukommen, die gerade auf dem Festland sei. Für 40 RM, etwa 10€ und eine Nacht. Am nächsten Tag konnte ich in ein Bungalow umziehen. Im Lauf der Woche stellte sich raus, dass Samstag einfach ein sehr geschäftiger Tag ist. Wenn man an einem Samstag ankommt sollte man sich vorher um etwas bemühen. Ansonsten ist das eigentlich nicht nötig. Das Bungalow war sehr einfach, dabei aber auch sehr sauber, die Gemeinschaftsdusche und -toilette ok und das Personal sehr nett. 60 RM kostete der Spaß pro Nacht. Vielleicht nicht das günstigste Gästehaus der Insel aber ich kann es wegen der Atmosphäre empfehlen.

Unternehmen

Turtle Beach

Schnorcheln am Turtle Beach

Gut, was macht man schon auf einer tropischen Insel im südchinesischen Meer bei 40 Grad und Sonnenschein? Ich wechselte die meisten Tage zwischen Hängematte an meinem Bungalow und Strand hin und her, habe viel gelesen und die Sonne und das Faulenzen genossen. Ich könnte mir das auch hauptberuflich vorstellen. Das Wasser ist toll, der Strand eventuell etwas zu verdreckt aber nicht überlaufen. Die meisten Besucher gehen Schnorcheln oder Tauchen und aus Angst, dass ich Tauchen wirklich, wirklich toll finde und mir damit ein teures Hobby zulege habe ich mich ans Schnorcheln gehalten. Golfen, das ich nächstes Jahr wieder aufnehmen möchte ist schon teures Hobby genug. Für 50 RM (12€) habe ich einen halbtägigen Schnorchelausflug gemacht, dabei Riesenschildkröten, jede Menge exotischer Fische, Haie und wunderschöne Korallenriffe gesehen. Mit dem Boot geht es zu ein paar verschiedenen Buchten in denen andere Schnorchler schon Schlange stehen. Viel schöner war der kleine Ausflug mit Sin, dem Gästehausbesitzer. Direkt um die Ecke des Long Beach gibt es auch ein Riff, man kann im Wasser hinlaufen. Sin nahm mich und zwei andere Gäste mit um uns die Haie dort zu zeigen. Und wir haben viele gesehen. Auch große. Und Krebse, Aale und Rochen. Wirklich sehr spannend. Sin wusste was er tut und es hat Spaß gemacht mit der kleinen Gruppe das Riff entlang zu schnorcheln. In diesen Genuss kommen nur Gäste des Lemon Grass. Die Haie sind nicht gefährlich und wenn man sie nicht reizt interessieren sie sich überhaupt nicht für einen.

Long Beach

Long Beach

Ansonsten gibt es nicht viel zu tun. Ich bin ein paar Mal durch den Dschungel zum Strand auf der anderen Seite der Insel gelaufen um eventuell ein paar Tiere zu sehen. Der Waran, der eines morgens an meinem Bungalow vorbei spazierte blieb aber der einzige.

Waran

Ein Waran in der Anlage

Mit dem Strom und dem Wifi ist es so eine Sache auf Perhentian Kecil. Strom gibt es auf der Insel nur mit Hilfe von Generatoren, die nicht immer laufen und Wifi gibt es kaum. Am Longbeach kann man im Panorama ein recht wackliges freies Netz erhaschen, im Ewans beim Coral Beach ein ganz gutes. Das Essen im Panaroma ist recht günstig und gut und gegen 20 Uhr läuft ein Film auf zwei Bildschirmen. An einem Abend war das Movie 43, was für ein Scheiß! Ich bin schwer enttäuscht von Hugh Jackman, Richard Gere und anderen die bei diesem Schwachsinn mitgemacht haben.

Wegkommen

Als mir dann mein Bargeld ausging musste ich schweren Herzens die Insel wieder verlassen. Boote fahren um 8:00, 12:00 und 14:00 Uhr zurück nach Besut. Die Fahrt dauert insgesamt nicht ganz eine Stunde. Von Besut fährt offiziell um 14 Uhr ein Cityliner ins 50 Kilometer entfernte Kota Bharu. Faktisch fuhr er um 15:30 Uhr, kostete 6 RM und war etwa eineinhalb Stunden später in der Mitte der Stadt angekommen.

Die Perhentians sind wirklich schön. Die Bilder geben das kristallklare Wasser und die schöne Umgebung leider nur unzureichend wieder. Und leider hatte ich keine Unterwasserkamera.

Mehr Bilder hier.
Dieser Artikel nimmt an der Blogparade „Die schönsten Strände Südostasiens“ teil.

2 Kommentare

  1. Grandiose Insel. Mein Tipp: Besuch mal die Kapas-Inseln. Die sind meiner Meinung nach ein Spürchen schöner und nicht so voll.