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Ein Meer voller Müll

(c) ocean cleanup

Ganz genau weiß man es nicht, aber laut deutschem Umweltbundesamt befinden sich rund 100 bis 150 Millionen Tonnen Abfälle in den Meeren. Etwa 70 Prozent davon sind Plastikmüll und jeder hat ihn am Strand schon in Form von Plastiktüten, Plastikflaschen etc. genervt wahrgenommen. Der menschengemachte Müll ist aber nicht nur ein Problem für Menschen. Das wäre schon schlimm genug, aber das Ökosystem Meer hat schwer unter dem „Zivilisationsmüll“ zu leiden. Tiere verheddern sich in Plastik, fressen ihn und werden durch die sich zersetzenden Inhaltsstoffe wie Rohöl belastet. Und so finden diese Giftstoffe auch ganz einfach den Weg in die Nahrungskette. Das Meer scheint für viele eine praktische Müllhalde zu sein. Als Taucher sammelt man wenn möglich alles an Müll ein was einem so auf Tauchgängen entgegen schwimmt, bei ein paar Tauchgängen kam da ganz schön was zusammen.

Boyan Slat (c) ocean cleanup

Boyan Slat (c) ocean cleanup

„I wondered; why move through the oceans, if the oceans can move through you? Instead of going after the plastics, you could simply wait for the plastic to come to you.“
Boyan Slat

Und so ist es auch Boyan Slat ergangen, einem jungem Niederländer (Jahrgang 1994), der auf einem Tauchgang in Griechenland mehr Müll als Fische herum schwimmen sah. Boyan Slat ist nicht der erste der sich dachte, dass man dagegen doch etwas unternehmen kann und muss. Aber er geht mit seiner gegründeten Organisation „The Ocean Cleanup“ einen neuen Schritt. Boyan entwickelte eine Idee. Er beschäftigte sich mit dem Plastikmüll in Ozeanen und den Problemen die dessen Beseitigung in anderen Konzepten mit sich brachte. Mit seinen gerade mal 17 Jahren entwickelte er das „passive cleanup concept“ und stellte es auf der TEDx Konferenz 2012 vor. Die Idee dahinter: Boyan möchte seine selbst entwickelten schwimmende Siebe im Ozean verankern, in denen der Plastikmüll hängen bleiben soll. So soll die Strömung genutzt werden und der Müll dort abfangen werden wo er sich hin bewegt. Vor allem in den Müllstrudeln wie etwa dem Great Pacific Ocean Garbage Patch kann so der Müll quasi abgeschöpft werden. Meeresbewohner und Plankton sollen unter den Sieben hinweg getrieben werden. So etwas kostet natürlich Geld. Viel Geld. Und zieht Zweifler an. Viele Zweifler. Und Slat geht einen interessanten Weg. Er sammelt Geld für eine Machbarkeitsstudie die seine und die Zweifel der Kritiker beleuchten und im besten Fall ausräumen sollen. Er nutzt die Macht des Internets. Slat ist charismatisch, jung und schafft es in verschiedenen Vorträgen für seine Idee zu begeistern. Er sammelt auf einer Crowdfunding-Plattform 89.518 Dollar zusammen um die Machbarkeitsstudie zu finanzieren. Er gründet die Non-Profit-Organisation „The Ocean Cleanup“ und versammelt ein Team von Experten um sich. Am 3. Juni 2014 wird die Studie veröffentlicht. Die Ergebnisse sind vielversprechend und das Projekt kann weiter gehen. Leider ist bei solchen ehrenhaften und wichtigen Projekten und Vorhaben das Geld ein großes Hindernis. Wenn kein Geld zu verdienen ist fällt es schwer Investoren zu finden. Ein paar davon haben Slat und sein Team aber jeder kann mithelfen. Jeder, der dieser Idee und den wissenschaftlichen Bemühungen dahinter zumindest eine kleine Chance geben möchte. Boyan Slat hat ein großes Ziel, er möchte die Verschmutzung signifikant reduzieren. 7,5 Millionen Tonnen „Zivilisationsmüll“ will er jährlich aus den Meeren abschöpfen. Dafür sollen jetzt Prototypen unter realistischen Bedingungen getestet werden und dazu brauchen und sein Team: Geld! 2 Millionen Dollar brauchen sie dafür. 1,283,669 Dollar sind heute schon zusammen gekommen, gestiftet von 24.499 Einzelpersonen und Unternehmen.

Das Crowdfunding Projekt ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen, unterstützen kann man das Projekt weiter: The Ocean Cleanup

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