Tauchen

Der Buddy Check

B wie BCD

Für Nicht-Taucher mag sich das eigenartig anhören, aber Tauchen ist eine sehr gesellige Angelegenheit. Man trifft vor, zwischen und nach den Tauchgängen auf die interessantesten Menschen. Und auch wenn man unter Wasser (ohne Hilfsmittel) nicht miteinander sprechen kann kommunizieren wir Taucher unter Wasser viel und wir verlassen uns aufeinander. Üblicherweise taucht man im Buddy-System, also in Zweier-Teams innerhalb der Gruppe. Buddyteams können sich gegenseitig unterstützen, sich beim Sicherheitsstopp gemeinsam die Zeit vertreiben, gemeinsam Tiere und Pflanzen entdecken aber eben auch aufeinander aufpassen. In einer Notsituation möchte man als Faustregel nicht weiter als drei Flossenschläge von seinem Buddy entfernt sein.

Der Buddy Check gehört zu jedem Tauchgang. Die Tauchpartner sollen sich mit der Ausrüstung des jeweils anderen vertraut machen und nochmal gegenchecken ob alles funktioniert und der Partner und man selbst auch an alles gedacht hat. In einer Notsituation möchte man nicht erst nach dem Quickrelease des Gewichtssystems des Partners suchen müssen. Oder feststellen, dass der Oktopus – also der zweite Atemregler – nicht funktioniert.

Um sich die einzelnen Schritte zu merken verwendet man bei die PADI die Gedächtnisstütze BWRAF. Bei PADI ist das ein Akronym für Beging With Review And Friend, was etwas sperrig klingt. Es gibt jede Menge andere die vielleicht etwas besser im Kopf hängen bleiben. Hier nur ein paar die ich kenne:

Bruce Willis Ruins Any Film“ oder aber

Bruce Willis Rocks Any Film“ (Je nachdem ob man Bruce Willis mag oder nicht).

Breakfast With Rice And Fish“

Because We Really Aren’t Fish“

Bangkok Women Really Are Fellas“

Burger With Relish And Fries“

Big White Rabbits Are Fluffy”

Aber was bedeutet BWRAF?

B wie BCD

B wie BCD

Das B steht für BCD. Das BCD ist ein „Buoyancy Control Device“, auf deutsch das Tarierjacket. Wir wollen dabei sicherstellen, dass das BCD sowohl mit dem Mund aufblasbar ist, als auch über den Inflatorschlauch (der mit dem Tank verbunden sein muss) mit Luft gefüllt werden kann. Wir wollen sicherstellen, dass alle Ventile funktionieren und wo diese beim Buddy sitzen. Wir checken wo alle Schnellablässe der Weste sind und ob diese funktionieren.

W steht für Weights, also Gewichte. Trägt der Buddy einen Gewichtsgurt stellen wir sicher, dass dieser frei zugänglich ist und mit einem sogenannten “Right-Hand Release” geöffnet werden kann. So will man sicher stellen, dass man immer weiß wie ein Gewichtsgurt im Notfall bei jeder Person schnell zu öffnen und abzuwerfen ist. Viele BCDs haben Gewichtstaschen mit jeweils unterschiedlichen, aber in der Regel einfachen schnellen Öffnungsmechanismen. Neben dem eigenen Mechanismus sollte man mindestens beim Buddy sollte genau wissen wie im Falle eines Notfalls die Gewichte schnell zu entfernen sind.

R steht für Releases. Wir prüfen hier beim Buddy ob alle Schnallen funktionieren, geschlossen sind und schauen uns an wie sie funktionieren. In der Regel sind das die beiden Schulterschnallen, die Brustschnalle und die Schnalle am Bauchgurt. Auch die Schnalle am Tank sollte man nicht vergessen und prüfen ob die Weste des Buddies auch fest mit dem Tank verbunden ist. Dazu rüttelt man am Tankband, der Tank sollte fest sitzen.

Checking the airA steht für Air. Nicht ganz unwichtig unter Wasser, zumindest ohne Kiemen. Hierbei atmet jeder durch seinen eigenen Atemregler mehrmals ein und aus beobachtet währenddessen – ganz wichtig – die Nadel des SPG (Finimeter, dass uns den Restdruck im Tank anzeigt). Einerseits sollte man spätestens hier prüfen, dass man einen vollen Tank hat, andererseits, dass dieser auch komplett geöffnet ist. Ist das Ventil nicht nur teilweise geöffnet, bewegt sich die Nadel beim Einatmen deutlich. Während der Buddy durch seinen eigenen Atemregler atmet prüft man, ob man gleichzeitig mit dem Octopus, dem zweiten Atemregler Luft bekommt. Auch hier sollte die Nadel des Finimeter nicht schwanken. Übrigens: häufig wird der Tank komplett aufgedreht und dann eine halbe Umdrehung zurück. Das hat keinen Einfluss auf den Luftdurchfluß, soll aber verhindern, dass jemand den Tank überdreht weil er denkt der Tank wäre noch geschlossen.

F steht für Final OK. Alle Schläuche und Zubehörteile wie Lampen und Kameras müssen gesichert sein und sollen nicht herunter hängen. Die Schläuche dürfen nicht verdreht sein, Finimeter sollte sicher verstaut sein und der Schlauch des primären Atemreglers über der Schulter, der Schlauch des sekundären Atemreglers unter der Schulter entlang führen. Jetzt noch sicherstellen, dass Maske, Schnorchel und Flossen bereit sind und dann kann der Tauchgang auch schon losgehen.

Manchmal sind die Gegebenheiten zum Beispiel auf einem engem Boot nicht gegeben um den Buddy Check wie beschrieben durchzuführen. Wenn es sehr eng auf einem kleinem Boot ist und man seinem Buddy gegenüber sitzt führt jeder einfach selbst bei sich alle Schritte des Checks durch, während der andere zuschaut und darauf achtet, dass alles passt.

Wenn ich zum Beispiel mit meinem Buddy tauche brauche ich mich nicht mehr grundsätzlich mit seiner Ausrüstung vertraut zu machen, wir haben über 200 Tauchgänge miteinander gemacht. Aber ich möchte natürlich sicher stellen, dass seine Ausrüstung funktioniert, er genügend Luft im Tank hat, er an sein Blei, seine Flossen und Maske gedacht hat und grundsätzlich alles in Ordnung ist. Und vice versa. Schließlich kann ein Versäumnis nicht nur den Buddy sondern auch einen selbst in Gefahr bringen. Wir checken in der Regel dabei jeweils unsere eigene Ausrüstung während der andere ein Auge darauf hat und verfolgt ob sich das Tarierjacket mit Luft füllen lässt und die Ablässe funktionieren, ob die integrierten Bleitaschen mit Blei gefüllt sind, ob alle Anschlüsse angeschlossen sind und funktionieren und alle Verschlüsse zu sind. Wir checken ob der Tank komplett offen und auch gefüllt ist und ob die Maske, Blei, die Flossen und alles was wir sonst noch brauchen bereit sind.

Der Buddy-Check wird leider häufig vernachlässigt, es spricht aber kein einziger guter Grund dagegen vor jedem Tauchgang zu prüfen ob alles am rechten Fleck ist und auch alles bei einem selbst und beim Buddy funktioniert. Dafür gibt es unzählige gute Gründe dafür.

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